Der kleine GartenBLOG

Ein Verlauf über Ideen und Versuche, über das Scheitern und Gelingen.

Nun haben wir den Salat. Naja, eigentlich noch nicht - aber hoffentlich bald. Zumindest haben wir nun die Voraussetzungen, den eigenen Schrebergarten. Seit Ende 2017 sind wird Pächter eines kleinen Gartens innerhalb einer Kleingartenanlage. Eine kleine Oase zur Entspannung und zur Selbstversorgung.

Die ersten Eindrücke waren.... puhhh - gaaanz viel Arbeit statt Enspannung.

Dann kamen die Ideen, Visionen, Wünsche. Und, wir sind ja in Deutschland, immer die Beachtung auf die Verordnungen und evtl. eingeschränkten Möglichkeiten.

 

# WERBUNG:

Achtung: In diesem Blog werden Lieferanten genannt, bei denen ich meine Produkte käuflich erwerbe. Allein durch die Nennung könnte es sich um Werbung handeln - obwohl ich dafür kein Geld oder sonst. Vergünstigungen erhalte. Ebenso bin ich nicht am Umsatz bei Empfehlungsgeschäften beteiligt! Daher wird vor jedem Hinweis auf Marke oder Bezugsquelle #WERBUNG zu finden sein. Der Abmahn-Wahn macht´s notwendig.

 

Unsere Visionen

Wir wünschen uns einen ökologisch wertvollen und nachhaltigen Garten. Die ersten Ideen und "Spinnereien" sind:

 

- Anbau von heimischen Pflanzen, natürlich in Bio-Qualität und selbst gezogen,

 

- Eine Totholzhecke als Hotel für Kleintiere und Schädlingsbekämpfer sowie als Sichtschutz,

 

- Hügelbeete im Einsatz von Permakultur, ohne Düngung, nur mit der Kraft der Natur (und EM),

 

- Anlage von Kleinstrukturen für einen naturnahen Garten.

 

Ein naturnaher Garten

Was ist ein naturnaher Garten? Welche Vorteile bietet er?

 

Er bietet Vielfalt und Leben für die Insekten, insbesondere für Wildbienen und Wildhummeln. So hat auch der Gartennachbar etwas davon, denn ohne diese fleißigen Helfer gibt es keine Bestäubung der Obstbäume.

Es ist ein pflegeleichter Garten, da sich die Natur im weitestens Sinne selbst überlassen bleibt. Er wird nicht gedüngt oder gespritzt, Pestizide müssen draußen bleiben! Zum Einsatz kommen lediglich natürliche Mikroorganismen als Bodenhilfsstoff und Kleinstrukturen, die als Herbege für Fressfeinde dienen, um Schädlingen den Raum zu nehmen.

Es finden sich nur heimische Pflanzen, die standortgerecht gesetzt werden und so ihren eigenen Charakter entwickeln können und dem Okö-Gefüge dienen. So unterstützen und stärken sich die Pflanzen gegenseitig, gehen eine Kooperation miteinander ein. Hierbei dürfen auch Brennesseln wachsen.

Der Garten passt sich der Natur an und sieht somit zu jeder Jahreszeit anders aus.

 Gibt es auch Nachteile?

 

Der größte Nachteil ist sicherlich, dass der geneigte Hobbygärtner nicht so viel arbeiten darf. Die Nagelschere für den Rasenschnitt ist nicht erforderlich, der Rasenmäher findet nur alle paar Monate seinen Einsatz.

Für den einen oder anderen Gärtner erscheint das Bild sicher ungewohnt und "unaufgeräumt". Aber das ist eben Natur.

 

Die Arbeit kann beginnen

Dezember 2017

Ein Geräteschuppen muss her! Der Vorpächter hat ein Holzhaus als Laube neu aufgestellt. Leider ist darin kein Raum für Geräte und Werkzeug. So bleibt nur der Weg des DIY. Die Planung habe ich per Powerpoint erstellt, der Antrag noch vor Weihnachten raus.

Januar 2018

Begehung des Grundstücks und Genehmigung des Antrages - es kann also losgehen mit dem Schuppen. Vorher muss aber die Laube noch vorbereitet, grundiert und gestrichen werden. Wenn bloß diese Kälte nicht wäre. Somit herrscht eine "witterungsbedingte Zwangspause".

Februar 2018

Wenigstens lässt der Winter schon einmal ein paar Vorbereitungen zu. Das Fundament für den Schuppen kann vorbereitet werden, den Graben ausheben und mit Schotter füllen, schon einmal das Material bestellen und liefern lassen. Und warten....

März 2018

Zunächst muss das Land von allem befreit werden, was sich bisher darauf befindet. Die Obstbäume, gerade in 2017 von unserem Vorpächter gesetzt, werden an die Gartennachbarn verschenkt.

 

Warum? Sie sind bei einem namhaften Discounter gekauft worden, der die Pflanzen nach fragwürdiger Anzucht zu einem äußerst fragwürdig niedrigen Preis angeboten hat.

 

Fragwürdig deshalb: Wie kann eine zweijährige Pflanze, die gewässert, gezogen, mit Dünger versorgt, ausgebuddelt und in einen Jutesack gesteckt, nach DE transportiert, in den Handel mit seiner Marge rechnend gebracht nur 4,99€ kosten? In welchem Billiglohnland, auf welchem giftdurchtränkten Acker, mit welchen ausgebeuteten Händen ist dieser Baum gezogen worden? Und wer subventioniert dieses auch noch?

 

Zum Vergleich: Eine in DE gezogene Pflanze in Bio-Qualität kostet min. 30€ zzgl. Versand!

Nun ist das Land von den "Altlasten" befreit und kann weiter vorbereitet werden.

#WERBUNG

Zur Vorbereitung auf den Anbau wird zunächst der Boden aufgewertet. Dazu trage ich per Hand ca. 10kg UrgesteinsMehl von EMIKO®  auf.

  Hierbei handelt es sich um einen natürlichen mineralischen Bodenhilfsstoff aus silikatischem Urgestein zur Wiederanreicherung wertvoller Mineralsubstanzen und Spurenelemente im Boden. Durch die große Oberfläche aufgrund einer Feinstvermahlung können Nährstoffe und Spurenelemente optimal von allen Pflanzen aufgenommen werden. Es unterstützt ein qualitativ hochwertiges und vitales Pflanzenwachstum und ist für die Bio-Landwirtschaft geeignet und zertifiziert.

 

April 2018

Der Frühling nimmt Einzug - endlich, es kribbelt auch schon sehr in den Fingern. Es wird gemacht und getan. So langsam entstehen aus den Plänen konkrete Bilder (hier erst einmal nur als Text, die Bilder folgen)...

 

#WERBUNG

Eine Totholzhecke entsteht. Das Material bekommen wir naturlich aus der Natur. Kleingärtner haben immer Schnittgut, so bekommen wir wunderbaren Frühjahrsschnitt von einem alten Apfelbaum. Dieser wird mit anderem Schnitt ergänzt und füllt die Hecke bis auf ca. 1 Meter Höhe (auf einer Länge von ca. 6 Meter). Damit auch noch ein zusätzlicher Bewuchs die Bienen und anderen nützlichen Insekten anziehen mag, setzen wir zwei Wildrosen (Rosa hugonis und Rosa moyesii) ein, die wir als Wurzelware bei der Bioland Rosenschule Uckermark bestellten.

 

Wir stellen einen Rosenbogen auf. Romantisch-kitschig? Mag sein - aber wir möchten soviel vie möglich Natur in den Garten bringen. Schließlich haben hiervon die anderen Kleingärtner auch etwas. Auch hier greifen wir natürlich auf Bio-Rosen zurück, setzen zwei verschiedenfarbig blühende Kletterrosen (2x Awakening und Flammentanz) ein, ebenfalls als Wurzelware geliefert von der Bioland Rosenschule Uckermark.

 

Was macht eigentlich die Laube? Sie muss sich noch ein wenig gedulden, da die Temperaturen für eine Grundierung zwar schon langsam im zweistelligen Bereich sind, jedoch noch nicht konstant. Aprilwetter eben. Außerdem möchte mein Arbeitgeber meine Leistungen in Anspruch nehmen. Und das ist im April sehr häufig...

Mai 2018

Der Frühling lässt die Natur explodieren und natürlich auch das, was man im Garten eigentlich nicht will - Beikraut (Ugs. "Unkraut"). So steht nach einem laaaangen April der Mai mit reichlich freier Zeit (sprich Urlaub) bevor.

 

Ich beginne einfach mal mit der Laube. Ach nein! Um es mir nicht direkt im ersten Jahr mit den Nachbarn zu verscherzen, muss erst einmal etwas auf dem Land getan werden. Beikraut reduzieren, ein paar Pflanzen einsetzen und in freudiger Erwartung das Wachsen beobachten.

Allein das Beseitigen der Brennnesselwurzeln bedarf schon bei der Hälfte der Fläche einen ganzen Tag. Die andere Hälfte lasse ich erst einmal zum Wachsen stehen. Schließlich ist die Brennnessel ein Heilkraut und als solches ein Segen für einen Naturgarten, sofern es sich im Rahmen hält. Zudem kann ich mit dem Laub der Nessel einen wunderbaren Sud als Gartenjauche zur Schädlingsbekämpfung ansetzen. Außerdem sind die Blätter als Tee oder im Salat genießbar.

#WERBUNG

Nun zu den Pflanzen: Wir haben ein paar Jungpflanzen (Erbeeren, Johannis- und Himbeeren) bei Hof Jeebel, einem Biogartenversand bestellt. So habe ich mir ein paar geignete Stellen gesucht (so glaube ich zumindest) und die Pflanzen eingesetzt. Und warte... und warte... und gieße... und warte immernoch... während das Beikraut sich in Mühelosigkeit übt und wächst...

 

Aber nun! Endlich Urlaub und der Beginn einer wunderbaren Freundsch.... Arbeit. Die Grundierung des Westflüges nimmt Formen an. Abschleifen, erstes Mal grundieren, warten. Abschleifen, ein zweites Mal grundieren, fertig.

Nun die Grundplatte für den Anbau. Ein bisschen rütteln mit der ausgeliehenen Rüttelplatte, die Planken für den Fußboden justieren und mit Grundsteinen ins Lot setzen. Leicht geschrieben, eine Mörderarbeit über Tage. Aber das Wetter spielt mit...

Kleine Pause an dem Bau der Laube, das Material wird erst noch in dieser Woche geliefert. Zeit, den Nordflügel zu grundieren und eine kleine Siesta einzulegen.

 ...

Ende Mai.

Leider haben diverse Ereignisse im Mai meinem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung gemacht, der geglaubt laaaaaange Urlaub war schneller rum, als ich bis 10 zählen konnte. Und das, was geplant war, steht nur zu 70%: Die Laube ist zwar grundiert aber nicht gestrichen. Der Anbau steht - ist aber noch nicht kpl. fertig. Die paar gesetzten Pflanzen wollen Wasser - aber noch kein Sammelsystem für den Regen (allerdings auch kein Regen).

Nun ist auch der Urlaub abgeschlossen und der berufliche Alltag hat mich wieder. So kann ich das, was noch aussteht, erst im Juni weiterführen und das auch nur in Etappen.

Juni 2018

Der Juni beginnt wettertechnisch, wie der Mai endete. Unerträgliche Hitze schon am Vormittag, bis 10 Uhr sollte alles erledigt sein, sonst hält man es nicht aus.

Zwischen den Diensten mit Wechselschichten ein paar Dinge regeln - das kostet viel mentale Energie. Noch mehr Energie kostet es, wenn man das alles fast ausschl. alleine machen muss, da die, die helfen könnten, auch nicht sehr viel Zeit einbringen können. Somit bleibt nur, in Etappen zu denken und entsprechend zu handeln. So wird der Juni...

 

Jetzt wird das Sammelsystem für Regenwasser angepackt. Ich habe mir 5  300-Liter-Tonnen in eckig vom Baumarkt geholt, die miteinander verbunden werden sollen (kommunizerendes System). Es gibt zwei zentrale Zuläufe an der vorderen und der hinteren Tonne. Zusätztlich wird im unteren Bereich jeder Tonne ein Verteiler mit einem 1/2"-Schlauch angeschlossen, der alle Tonnen verbindet und somit den Füllungsstand aller Tonnen konstant hält. Zur Absicherung, dass keine Tonne überläuft, wenn es wieder einmal zu einer Extremwetterlage kommt, gibt es ein Überlaufrohr im oberen Bereich zwischen den Tonnen. So die Theorie.

Nun zum praktischen Teil: Platten hinter der Laube verlegt, die Tonnen aufgestellt und miteinander verbunden. Doch: Es regnet nicht! :-(

Erst in der zweiten Woche steht die "Stunde der Wahrheit" bevor. Unwetter (Sturm bis 90km/h und Regen mit bis zu 50L/qm) geben alles. Ich kann nur hoffen, dass das Dach, was ich erst noch Ende Mai auf den Anbau gesetzt habe, nicht direkt durch den Sturm auf dem Nachbargrundstück landet. Ich warte und bange zu Hause. Am nächsten Tag bietet sich auf den Straßen ein chaotisches Bild. Beim Gang in den Garten zeigt es sich dann... Das Dach ist noch da, wo es hin gehört, die Regentonnen sind voll, wie ich es erwartet habe. Alles ist gut gegangen :-))

  Mittlerweile haben wir uns in die natürliche Farbe der grundierten Laube (Naturholz Fichte) verliebt und sind von dem Gedanken, diesen Eindruck zu beseitigen, komplett abgewichen. Sie wird jetzt doch nicht farbig angemalt und bleibt in diesem natürlichen Charakter erhalten. Zeit gespart, Energie und Geldbeutel geschont, keine überflüssig weitere Chemie auf das Haus. Wunderbar...

 

Juli / August 2018

Es geschieht nichts, der Sommer und diese ewige Hitze macht mich fertig, bin nicht der Lage, auch nur eine Schraube rumzudrehen, auch wenn es eigentlich erforderlich wäre. Der Anbau steht, die Türen müssten noch gebaut und eingesetzt werden. Müssten....

Aber ein wenig passiert dennoch, soviel Ehrgeiz muss sein. Die Laube wird von innen grundiert. Dazu nehme ich Leinöl, denn das soll für den Innenbereich totaaaaal gut sein. Stinkt aber wie Hulle... Ich hoffe, der Geruch wird sich verflüchtigen :-( Beim Grundieren in der Laube fließt mir der Schweiß literweise den Rücken runter (vielleicht könnte ich damit die Regenfässer füllen???), ich kann gar nicht so schnell und viel trinken, wie ich austrockne.... Ich singe das Lied von Rudi Carell, nur etwas anders, "wann wird´s mal wieder richtig Winter?".

 

September 2018

Was für ein Sommer.... Die Regentonnen stehen, 1500 Liter könnte es fassen. Doch das Wetter erfüllt diese jedoch nur zu 2/3. Und das innerhalb von fast 3 Monaten. Gut, dass im Garten noch nicht so viel wächst, dass soviel Wasser benötigt würde. Dennoch musste im Juli und August aufgrund absoluter Trockenheit Leitungswasser die paar vorhandenen Pflänzchen wässern.

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Fortsetzung folgt...